Euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr.
Lukas 2,11


Das Kindlein in der Krippe hat seit jeher das Interesse und die Sympathien der Christenheit auf sich gezogen. Es ist etwas Liebliches, dieses Wunder zu betrachten, und weckt bei vielen warme Empfindungen von Geborgenheit und Frieden - jedenfalls dort, wo in unserer Zeit noch ein gewisser Familiensinn bewahrt geblieben ist.
Auch die "Weihnachtsgeschichte", wie sie uns Lukas in seinem Evangelium im zweiten Kapitel schildert, gehört zu den Bibeltexten, die noch am ehesten bekannt sind. Zweifellos ist sie auch von großer Schönheit. Die Frage ist nur, wie genau wir sie lesen oder hören. Wenn Gott uns Menschen nämlich sagen lässt, dass uns in der Person Jesu Christi ein Erretter geboren ist, dann stellt sich doch die Frage, für wen denn ein Erretter nötig ist. Die Antwort ist einfach: für Verlorene!
Und an diesem Punkt entscheidet sich alles. Das sind nämlich nicht nur die Hirten oder sonst die anderen, sondern das sind wir: du und ich, jeder Mensch, so wie er geboren ist und lebt, fern von Gott. Wie viele haben es auch schon gesungen: "Welt ging verloren, Christ ist geboren", und dabei ganz übersehen, dass auch sie selbst zu dieser verlorenen Welt gehören.
Deshalb kann man nicht von einer "Weihnachtsbotschaft" reden, ohne auch an das Kreuz von Golgatha zu erinnern. Denn dort starb der Herr Jesus Christus zur Sühnung der Sünden all derer, die an Ihn glauben. Ohne den "Glauben an sein Blut" (Römer 3,23-26) kann kein Mensch errettet werden. Ohne das Kreuz bleibt das Kindlein in der Krippe reine Romantik.