In Urwegen
13
verlassen muss". Unerwartet und sehr gerührt, flossen selbstverständlich auch ein paar
Tränen. Wir haben sie die ganze Urlaubszeit begleitet, haben alles mit genossen und
mitgefühlt, wie es ist wenn man 42 Jahre nicht mehr zuhause war.
Wir waren im ganzen Dorf, in ein paar Kellern, in der Burg, in der Kirche, auf dem Friedhof,
in Hermannstadt, in Mühlbach,... Das Verteilen der Maibäume zu Pfingsten haben sie auch
miterlebt. Willi Schlingloff konnte sich auch nach so vielen Jahren an vieles erinnern. Er
wusste auch von jedem Haus, wer früher da gewohnt hat. Die Lebensgefährtin von Willi war
auch sehr begeistert von unserem so schönen und geliebten Urwegen. Sie meinte es hätte alles
gestimmt was Willi ihr im Voraus erzählt hat.
Nach ein paar Tagen ging es mit vielen Erinnerungen und Wehmut nach dem Westen, wo sie
von ihrer gewagten Reise mit viel Begeisterung erzählt haben. Beim Verlassen Urwegens, auf
der Straße gegen Reußmarkt, sangen wir nochmals das Lied ,,Schönst Urwegen".
Wir bekamen tausend Dankeschön für das Lied das wir gesungen haben und für die schönen
Tage die wir sie begleitet haben.
Drei Tage in Urwegen.
Maria und Michael Zeck
München
Wie Adelheid Elst und Johann Schuller wollen auch wir Euch, liebe Leser, ein bißchen von
unserem Siebenbürgenurlaub berichten. Heuer waren wir zwei Wochen in Siebenbürgen. Die
Strecke von unserem jetzigen Wohnort München nach Urwegen ist uns mit dem Auto
anstrengend. Wir hatten uns entschlossen mit dem Flugzeug zu fliegen. In gut 2 Stunden
erreicht man von München aus Hermannstadt. Einen Teil unseres Urlaubs waren wir in
Hermannstadt, einen Teil in Alzen und drei Tage in Urwegen. Unser Gegenvater Friedrich
Philippi hatte uns aus Hermannstadt nach Urwegen gefahren.
Als wir von der Hauptstraße nach Urwegen einbogen, begann das Herz stärker zu klopfen.
Die Straße war gut asphaltiert und bald bekamen wir die Friedhofsmauer und den Turm zu
sehen. In kurzer Zeit waren wir in Urwegen. Schön gepflegte Häuser gab es zu sehen, mit
wenigen Ausnahmen.
Auf dem Marktplatz angekommen, hielten wir neben der Burg vor der Predigerwohnung an.
Sie war zugesperrt, wir mussten den Schlüssel von Agnetha Hanciu holen. Als ich dort die
Tür öffnete, bellte ein kleiner Hund. Sofort kam ihre Tochter Andrea mit dem Schlüssel.
Andrea ist Lehrerin in Hermannstadt und studiert dort auch zugleich Germanistik. Nachdem
wir die Zimmer zugewiesen bekommen hatten, ein Doppelbettzimmer und ein
Dreibettzimmer mit Kinderbett für unseren Sohn mit Familie, gingen wir für kurze Zeit in die
Schulgasse. Hier begegnet man den meisten Leuten, da es in dieser Gasse ja die Geschäfte
gibt. Mit jedem konnte man ein paar Worte wechseln. Die meisten Fragen die an uns gerichtet
wurden: Seid ihr noch einmal nachhause gekommen? Wann seid ihr gekommen? Wann fahrt
ihr weg?
Am Abend konnten wir dann mit unseren Enkelkindern, Schwiegertochter und Sohn das
Abendessen genießen. In der Predigerwohnung gibt es eine Küche mit Geschirr. Ab und zu
läutete es vom Turm bim bam, bim bam... Als wir das unserem Enkelsohn Koni erklärt
hatten (er ist jetzt knapp 5 Jahre), machte es ihm großen Spaß mitzuzählen. Er lernte, wann es
8 Uhr war, sogar als es 9 Uhr war ... Am Abend machten wir noch einen Rundgang durch die
Bach- und Obergasse. Vor Depner Thomas (Milentum) Haus begegneten wir Szegedi Johann.
Mit ihm konnten wir uns ein wenig über Landwirtschaft unterhalten. Er meinte ,, das Motorin
ist teuer und die Frucht ist billig, es geht in der Landwirtschaft schlecht". Es gibt in