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In Urwegen
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Herbst hier und dort
Adelheid Elst
Ludwigsburg
Donnerstag, den 09.11.2006
Versprochen ist versprochen!
Heute erzähle ich nun einiges über unseren Herbsturlaub in Urwegen, die Weinlese hier in
Ludwigsburg und in Urwegen.
Nun waren wir wieder dort und es war - wie immer - die Zeit viel zu kurz. Das Wetter war
wunderschön, obwohl wir abends heizen mussten. Haben aber sehr gerne wieder mal Feuer
im ,,Koachelögwen" gemacht, man kann dann so schön beieinander sitzen und erzählen!
Und vielleicht dazu ein gutes Tröpfchen aus dem Keller genießen?
Dieses Mal haben wir aber nicht mehr so viel gefeiert, wir haben einen so genannten
"Arbeitsurlaub" gemacht. Unter anderem haben wir angefangen, unser Badezimmer zu
renovieren. Große Unterstützung hatten wir von meinem Papa, der uns mit seiner lustigen und
netten Art alle mitgerissen hat.
Meine Aufgabe war das "Kochen" für die fleißigen Arbeiter. Es gab gute siebenbürgische
Küche, u. a. "Birtremsupp, Hainkelen-Tokona mat Kneddelcher, Schnitzel mat Pirree,
Koampestzalot, geriwan Fussoien mat Gerekszel, Schwengsbroden mat gerekst Krumpiren,
Gressknedelsupp mat Paradeissoß, Apelnkeachen..."
Die Zeit ist wie im Flug vergangen, und bald mussten wir wieder ans heimfahren denken.
Aber nicht bevor wir noch die Weinlese gemacht haben. Das hat mich wieder an meine
Kinderzeit erinnert. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir im Hof die Weintrauben
gelesen. Nachher wurden die Trauben gerebelt und drei Tage haben wir sie dann stehen
gelassen... Wegen der roten Farbe, hat mein Papa gesagt, müsste man sie stehen lassen. Dann
würde der Rotwein viel "rögder"...
Wieder zurück in Ludwigsburg, haben wir am nächsten Tag mit der Weinlese in unserem
Garten begonnen. Wir sind mit den Kindern und unserem Elst-Opa rausgefahren und haben
die reifen, dunklen Trauben gelesen. Der Ertrag konnte sich sehen lassen: über 100 Liter Most
sind's geworden.
Das Lesen der Weintrauben macht unseren Kindern alle Jahre aufs Neue sehr viel Spaß, nicht
zuletzt weil es dann immer "Fattbrökt" zum schmausen gibt.
Dieses Mal hat das auch besonders gut geschmeckt, weil wir es mit selbst gemachtem,
frischem Brot zubereitet haben. Das Brot backen wir nämlich bei uns im Garten. Dort haben
wir zusammen mit Renate einen kleinen "Boackögwen" errichtet. Natürlich waren nicht wir
die "Handwerksmeister" - wir hatten meinen Papa und Schwiegerpapa zur Hilfe dabei. Mein
Papa hat den gesamten Backofen gemauert und schön verputzt, und der Schwiegerpapa hat
das Dach drüber gebaut. Sieht sehr schön aus - wir nennen ihn unser "Backhäusle"!
Wer mal in Ludwigsburg vorbeikommt kann uns gerne besuchen, und wir zeigen ihm dann
unser "Backhäusle".
Nun schließe ich mit meinem 2. Bericht und wünsche den Urwegern und allen die diese
Zeilen lesen eine schöne Zeit.
Vielleicht sieht man sich ja bald wieder in Urwegen oder in Ludwigsburg.
Wer weiß?