In Urwegen
Sommerurlaub 2006 in Urwegen
Adelheid Elst
Ludwigsburg
Donnerstag, den 24.09.2006
wir waren wieder dort!
Und es war wunderschön dieses Jahr.
Aber nun von Anfang an....
Ende Juli war es soweit - wir kamen nach Urwegen um unsere Urlaubstage in der alten
Heimat zu verbringen. Dieses Jahr war sehr viel los - es gab eine Feier der anderen die Hand.
Angefangen hat alles am Sonntag, den 30. Juli - da war Festival in Jina. Wir fuhren früh am
Morgen über Dobring und Poiana nach Jina. Dort angekommen, standen wir zunächst mal im
Stau. (Hätte nicht gedacht einmal im Leben in Jina im Stau zu stehen - meiner Meinung nach
gibt es Stau nur hier in Deutschland?) Nach ca. einer Stunde hatten wir dann endlich den
Festplatz erreicht. Dort stand auch schon die "Autobahnpolizei", rumänisch: "Politia rutiera"
und hat uns einen Parkplatz zugewiesen. Es gab sehr viele Schäfer und Schäferinnen in Tracht
zu sehen.
Man erzählte uns dieses Fest sei eine Art Heiratsmarkt für die Jiner - wer dort eine Frau
suchen würde, würde sie an diesem Tag bestimmt auch finden. Es wurde viel getanzt und
musiziert. Es gab sehr viele Stände zu besichtigen, da war das Feilschen gefragt. Ja auch
kleine "Keachenmedcher mat Spajelchen" (Lebkuchen) haben wir dort gekauft - so wie früher
in unserer Kinderzeit.
Für das leibliche Wohl war auch gesorgt - der Renner waren Mici und Bier. Allerdings gab es
auch eine Spezialität der Jinner, die nennt sich: "Bulz". Das ist ein Sückchen Polenta gefüllt
mit Schafskäse, das rollt man mit beiden Händen wie eine kleine Wurst, dann kommt der
Bulz auf den Grill. Serviert wird er auf einem Pappteller, dazu wird noch ein Löffel Rahm
gereicht. Schmeckt nicht schlecht. Dann gab es an einem Stand noch Schafsgulasch mit
Krautsalat - soll auch gut geschmeckt haben. (So viel kann man gar nicht probieren!)
Den ganzen Tag über hatten wir sehr schönes Wetter, am späten Nachmittag fuhren wir dann
wieder nach Urwegen zurück. Wir nahmen aber die Abkürzung, fuhren über Feldwege den
direkten Weg von Poiana nach Urwegen. Ich muss ehrlich sagen, dieser Weg war viel besser
als der erste. Wir machten eine kurze Pause beim "Dobrenger Schenkheous", probierten ein
paar Kirschenbelsen und dann ging es über die "noa Wisen" bergab in Richtung Urwegen. Die
Eindrücke dieses Tages wirkten noch lange auf uns, anschließend ließen wir den Tag bei
einem guten Glas Wein auf "dem Wieserech" ausklingen.
Als nächstes machten wir eine Wanderung zum Herrentümpel. Auf der altbekannten Straße,
die nach Cärpinis führt, sind wir losgegangen und dann weiter Richtung Herrentümpel.
Vorbei an einer großen Viehherde und immer weiter bis zum Bach. Dort erklärte mein Vater
uns wo der "Spass" und der "hui Barch" zu sehen seien und schon waren wir bei "Husat
senjer Mill".
Früher soll dort wirklich ein Müller seiner Arbeit nachgegangen sein. Interessant!
Es ging weiter bis zum Waldesrand, von da war es dann nicht mehr weit. Noch einige
Minuten und wir hatten ihn erreicht, den "Herrentümpel". Wir waren sehr überrascht, dass
hier wirklich die Welt noch in Ordnung war. (hatten erwartet auch hier einige leere
Plastikflaschen zu finden, wie sie fast überall rumliegen). Wir stiegen gleich zum Wasserfall
runter und erzählten uns von früheren Zeiten, als wir dort gebadet hatten. Die Freude war echt
riesengross. Unsere Kinder wollen immer wissen wie es früher so war, und mein Papa kann