In Urwegen
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das Alles sehr gut erzählen, man könnte ihm stundenlang zuhören. Die Jung's der Familie
sammelten dann Reisig und fachten ein Feuer an. Dort konnte sich jeder Speck am Spieß
braten. Dazu gab es rote Zwiebeln, Tomaten und Hausbrot. Wir verbrachten noch einige
schöne Stunden im Wald, danach wanderten wir wieder zurück. So manches bekannte Lied
erklang dann auf dem Nachhauseweg.
Nun stand auch schon die nächste Feier an: 715 Jahre Urwegen wollte man dieses Jahr
feiern, und es sollte auch ein Trachtenumzug stattfinden. Unsere Kinder waren so begeistert
davon, dass mir nichts anderes übrig blieb, als in den alten Kästen und Truhen zu stöbern um
die sächsische Tracht nochmal herauszusuchen. Viel dabei hat mir unsere Moattes Gökt, also
Katharina Thiess, geholfen.
Ihr haben wir es zu verdanken, dass der Wunsch der Kinder in Erfüllung ging und sie beim
Trachtenumzug mitlaufen durften. Schon zwei Tage vorher gingen wir in die Untergasse um
alles zu probieren und zu richten. Das war wirklich ein hartes Stück Arbeit.
Bis man "gefoldan Keddel, Pastenfronz, Bürten, Menkelchen, piketan Broastpelz, Monkel,
Holzdeach, rökt Fronz oaf dem Huot, gesteckten och genehten Schurz "usw. beisammen hatte,
ist so manche Stunde vergangen. Die Moattes Gökt erzählte viel von Früher - und dass sie
sich immer sehr freuen, wenn jemand von uns zu Besuch kommt.
Dann kam der Samstag und es regnete in Strömen. Wir dachten, das Fest würde ins Wasser
fallen....
Aber dann wurde es am Sonntag doch noch schön - die Wolken verzogen sich und es war
schon früh morgens richtig warm.
An diesem Tag war Gottesdienst um 10.00 Uhr, so wie früher. Wir freuten uns alle darauf, da
ja der Pfarrer Hans Zey, ein gebürtiger Urweger, predigen sollte.
Mit Chorgesang, Orgelspiel und der schönen Predigt war es wirklich ein gelungener
Gottesdienst. Den Abschluss machte ein Rundgang um den Altar, wo jeder, der wollte, etwas
spenden konnte.
Dann war er endlich da, der Höhepunkt des Tages: der Trachtenumzug. Um 13:00 Uhr
versammelten sich alle am Ortseingang von Urwegen und stellten sich auf. Zuerst gingen die
Musikanten - es waren die Zigeuner von Urwegen. Schade, dass die nicht auch in Tracht
angezogen waren! Dann folgten die Reiter - in sächsischer und rumänischer Tracht, darauf
folgten die rumänischen Mitbürger, gleich danach die sächsische Gruppe und den Schluss
bildete ein schön rumänisch geschmückter Traktor. Oben drauf saßen Frauen in ihrer
rumänischen Tracht und zeigten wie man spinnt und webt.
Der ganze Trachtenzug zog bis auf den Marktplatz, wo auf der Tribüne der Bürgermeister
und seine Mannschaft sich bei allen bedankten und alle Gäste von nah und fern begrüßten.
Im Park neben dem Speckturm waren zwei Tafeln aufgestellt (die stehen auch heute noch da)
die die Entstehungsgeschichte Urwegens dokumentieren. Zuerst steht das ganze in
rumänischer Sprache, dann französisch und noch in englisch. Wir Urweger Sachsen hofften
immer es würde noch eine dritte Tafel aufgestellt und da würde das Ganze dann auch in
deutscher Sprache stehen! Haben aber umsonst gehofft. Es wurde keine weitere Tafel
aufgestellt. Das fanden viele von uns wirklich schade und einige waren auch sehr traurig und
enttäuscht darüber! Leider gab es keinen Tanz oder wenigstens eine Hora für die, die sich in
Tracht angezogen hatten. Sie standen einfach da und schauten sich das Programm auf der
Bühne an. Dann gingen alle wieder heim und zogen sich um - denn es war sehr heiß und die
Kleider waren durchgeschwitzt. Es gab dann ein gemütliches Beisammensein auf dem
Hochzeitshaus. Dort versammelten sich die meisten von uns - für Schmaus und Trank sorgte
Firma Lutsch 2000, was auch gut klappte. Auch seine Hausmusikanten waren wieder mit von
der Partie.
Aber irgendwie war es für uns nicht richtig zufrieden stellend: wäre doch schöner gewesen
wenn alle zusammen gefeiert hätten. Es haben sich Grüppchen gebildet, die an verschiedenen