In Urwegen
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Orten feierten. Wie schon erwähnt, einige beim Hochzeitshaus, andere am Marktplatz, die
dritten beim Fischteich und die VIP's waren im großen Hochzeits-Saal auf dem Marktplatz
vom Bürgermeister extra eingeladen.
Aber trotz dem etwas verwirrenden Durcheinander haben wir uns gut unterhalten - man hat
viele bekannte Gesichter gesehen und miteinander gelacht und erzählt.
Die Woche darauf fuhren wir dann ins Gebirge. Dort konnten wir uns von den ganzen Festen
richtig gut erholen. Das Wetter war wirklich perfekt. Wir unternahmen viele Wanderungen,
sahen den Hirten beim Viehhüten zu und taten auch mal nichts. Abends saßen wir beim
Lagerfeuer und schauten uns den klaren Sternenhimmel an. Ich weiß echt nicht ob es stimmt,
aber im Gebirge ist man dem Himmel sehr viel näher als sonst. Nach einigen geruhsamen
Tagen kamen wir wieder nach Urwegen zurück.
Dort hatten schon die Vorbereitungen für das nächste Fest begonnen: Michael und Rita
Lutsch wollten am kommenden Sonntag Silberhochzeit feiern. Ja und dazu waren die
Urweger auch alle herzlich eingeladen. Und so hatte Herr Michael Scherer vorgeschlagen der
Chor solle zwei Lieder üben und wir sollten das Hochzeitspaar mit diesem Ständchen
überraschen. Gesagt, getan.
Als wir uns am Dienstagabend zur Probe trafen, waren wir nur 6 Leute. Wir haben geübt und
gesungen. Bei der zweiten Probe hatten wir noch eine Person dazubekommen. Und so war ein
kleiner Chor entstanden.
Am nächsten Tag habe ich dann die Magen-Darm-Grippe bekommen - ich habe echt gedacht,
das überlebst du nicht. Es war sehr schlimm. Ich hatte auch ein kleines Gedicht für das
Jubiläum am Sonntag vorbereitet und ich dachte nun würde alles ins Wasser fallen. Am
Sonntagmorgen aber ging es mir wieder einigermaßen besser und ich probierte es.
Es war ein Sonntag wie aus dem Bilderbuch. Man traf sich in Pien in der Kirche um 11:00
Uhr. Diese war blitzsauber geputzt und festlich geschmückt.
Dort probten wir noch einmal unsere zwei Lieder und dann begann der Gottesdienst. Der
Pfarrer fand rührende Worte und auch die Blaskapelle gab ihr Bestes. Alle waren überrascht,
dass auch ein Chor zum Einsatz kam. Unsere Lieder sind sehr gut angekommen. (Es wurde
Sopran, Alt, Tenor, und Bass gesungen).
Nach dem Gottesdienst fuhr das Hochzeitspaar in einer Kutsche zum Elternhaus von Michael
Lutsch. Gleich danach bewegte sich ein ganz langer Autozug in Richtung Hochzeitssaal von
Vintisoara.
Dort angekommen durfte das alt-neue Paar weiße Tauben fliegen lassen. Begleitet von der
Blasmusik aus Petersdorf zog dann der ganze Hochzeitszug in die herrlich hergerichtete
Halle.
Da gab es dann Essen und Trinken in Hülle und Fülle. Von Nutschenrotesch, geziedelt
Dichsupp, Schnitzel, Broden, bis Kompott und Hochzeitstorte uvm. war alles da.
Die Hochzeitsgesellschaft feierte bis tief in die Nacht hinein.
Eine ganz besondere Freude machte dem Hochzeitspaar ihr Sohn Michael mit Freundin, sie
waren speziell zu diesem großen Ereignis nach Siebenbürgen gekommen. Übrigens waren
ganz viele Gäste angereist - einige aus Deutschland, aber die meisten aus der Umgebung.
Einer aber hatte eine wirklich lange Reise hinter sich gebracht: Anton. Er kam aus Australien
um an der Silberhochzeit teilzunehmen. Im Gepäck hatte er unter anderem auch die Urne mit
der Asche (die Hälfte) seines Großvaters, des Herrn Michael Biemel. Dieser hatte sich bei
Lebzeiten gewünscht auf dem Friedhof in Pien beigesetzt zu werden. So erfüllte ihm sein
Enkelsohn Anton noch seinen letzten Wunsch. Am Dienstag nach der Silberhochzeit wurde
dann der Onkel aus Australien beigesetzt. Es kamen zur Beisetzung viele Gäste, die dann
anschließend von Misch Lutsch in's Restaurant zum Tränenbrot eingeladen wurden. Dort saß