In Urwegen
In Urwegen
Urweger Gastfreundschaft
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Richard-Waldemar Mildt
Köln
Die Siebenbürger Sachsen sind allgemein als gute Gastgeber bekannt. Die Urweger machen
dabei keine Ausnahme, im Gegenteil, ihre Gastfreundschaft ist nicht nur von Landsleuten,
sondern auch von Gästen aus dem Ausland gerühmt worden. So Folgendes: ,,... Der
Höhepunkt unserer Reise war der Sonntag in Urwegen, der herrlich-malerische Kirchgang,
der Gottesdienst selbst und nachher das Zusammensein im Gemeindehaus und unser Besuch
in der Wirtschaft von Herrn Weber, mit dem guten Tropfen in der Scheune..."
Wolfgang Knape aus Berlin-Ost urteilt auch positiv über die Urweger: ,,...Nach der
Theateraufführung der Petersdorfer bitten die Urweger ihre Gäste nach alter Sitte zum Essen.
In einem Nebenraum heben die Frauen allerlei Schmackhaftes aus den Körben: herzhafte
Speisen und Kuchen, den sie eigens zu diesem Anlass am Vortag gebacken haben. Ihre
Männer schleichen mit Selbstgebranntem um die Tische, gießen nach, wo ihnen ein leeres
Glas begegnet... ,,
Oberstudienrat Ernst Augustin aus Pirmasens, der Leiter einer deutschen Reisegruppe schreibt
u. a. . ,,... Nach dem Gottesdienst lernen wir den hünenhaften Kurator kennen. Nach einem
kurzen Woher und Wohin lädt er uns zu einem Trunk und Imbiss ins `Hochzeitshaus´ ein.
...Unter einem Vordach des Hauses stehen wir vor weiß gedeckten und mit Blumen
geschmückten Tischen, wo wir nun die Urweger Gastfreundschaft bei Speck, Käse, Hausbrot
und köstlichem Wein erfahren sollen... Die Abschiedsszene, als unterm Sternenzelt das `
Siebenbürger Lied´ erklang und gemeinsam ´Kein schöner Land´ und ´ Wahre Freundschaft´
gesungen wurde, haben alle, die dabei waren, als unvergessliche Erinnerung an Urwegen
mitgenommen."
Auch der Urweger Pfarrhof war bekannt als guter Gastgeber. Da wurden nicht nur
Amtsbrüder freundlich aufgenommen und zum Bleiben überredet, sondern auch
Geistesschaffende und Künstler. Der Mühlbacher Dichter Josef Marlin weilte mehrere Tage
als Gast auf dem Pfarrhof. Hier entstand sein bemerkenswertes tiefsinniges Gedicht ,,Die
Rose der Urweg". Auch die Malerin Juliana Fabritius-Dancu fand auf dem Pfarrhof gastliche
Aufnahme, als sie Urweger Trachten malte. Auch der Kronstädter Maler und Zeichenlehrer
Hermann Morres war 1923 einige Tage Gast bei dem damaligen Pfarrer Viktor Heinz
Möckesch. Beim Abschied schrieb er um einen mit bunten Blumen gemalten Kranz, in dessen
Mitte die Ruine der Bergkirche in grünende Landschaft bei aufgehender Sonne gestellt ist, das
folgende Gedicht:
Urwegen
Du stillverlorner Sachsenort,
Wie fass´ ich´s nur ins rechte Wort
Wie glücklich ich hier war
Im dreiundzwanziger Jahr!
Mir war hier oft zu Mut
Als wenn von Rebenblut
Des Ort´s ich viel getrunken hätt´ - -
Doch weiß man´s gut, das ich´s verschmäht.
Aber auf unseres Volkes Urwegen
Zu wandeln, bracht´ mir reichen Musensegen,
Und ich berauschte mich am Quell
Der Urschönheit meine Seele hell.
Doch das mir solches ward zu Teil